Was hat ein orthodoxer Jude mit Reggae am Hut? Auf den ersten Blick würde man meinen, natürlich nichts. Doch wenn wir unsere Scheuklappen für einen Moment ablegen und einen Blick auf Matisyahu - mit bürgerlichen Namen Matthew Paul Miller - werfen, können wir sehen, das klappt!
Der aus Pennsylvania stammende Künstler findet schon in seiner Jugend zum Reggae, die Religion kommt erst später dazu. Anfang zwanzig wendet er sich dem chassidischen Judentum zu. Inspiriert durch seine geistlichen Führer, aber auch von Bob Marley, schreibt er sein erstes Album „Shake Off The Dust … Arise“, das 2004 veröffentlicht wird.
Zwei Jahre später erscheint sein nun sein zweites Album „Youth“. Auch hier spielt die Verknüpfung von Spiritualität und Musik eine große Rolle. Matisyahus Texte drehen sich meist um das Thema Peace, Love and Unity. Im dem Lied „Youth“, welches auch den Titel des Albums liefert, mahnt er die Jugend ihr Potential, die Welt in die richtigen Bahnen zu lenken, nicht zu verschwenden. Des Weiteren lehnt er den immer wieder aufflammenden Konflikt zwischen jüdischen Israelis und Palestinänsern entschieden ab. Hier hat das Lied „Shalom/Saalam“, dass ohne Lyrics auskommt, Symbolcharakter. Die Texte werden auf Englisch gesungen, jedoch finden immer wieder auch hebräische und jiddische Worte Einzug in seine Lieder.
Musikalisch gesehen bewegt sich das Album zwischen Rootsreggae und Hip Hop Beats. Zwischendrin lassen sich aber immer wieder afrikanische Einflüsse, Dub oder auch Akustikgitarrenelemente finden.
Trotz des stark religiös-spirituellen Inhalts, ist das Album auch Leuten zu empfehlen, die sonst nichts mit Gott und der Kirche am Hut haben. Alleine die anfangs schon erwähnte exotische Mischung aus orthodoxen Judentum und Reggae gibt dem Künstler und seiner Musik eine ganz besondere Qualität. Nicht zu unrecht wurde dieses Album 2007 für den Grammy nominiert.








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